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Was treibt uns dazu, Stunden in die Berge zu stapfen, um fünf Minuten in eisigem Wasser zu baden? Wie bringen wir Neulinge dazu, uns dahin zu folgen?

Dafür gibt es verschiedene Gründe.

All die Erfahrungsberichte auf Social Media sind sicherlich einer davon. Die gute Laune, die unter Eisbadern herrscht, sowie das Mantra, dass unsereiner NIE krank wird, überzeugen oft auch hartgesottene Skeptiker. Doch steckt wohl mehr dahinter als das.

Der gesunde Menschenverstand spürt intuitiv, dass Stunden in der Natur, verbunden mit Bewegung, Alpenluft, Gesellschaft und der Kraft der Berge so verkehrt nicht sein können. Wir entscheiden ständig selbst, wie wir unsere Zeit verbringen: Vor dem PC oder dem IPod, schwitzend im Fitnessclub, beim Apéro, oder eben mit Bewegung in der Natur. Weder ist das eine schlecht, noch ist das andere gut. Die Konsequenzen unseres Handelns zeigen uns jedoch, was wir für uns wollen und was nicht.

Die fünf oder zehn Minuten, die wir schliesslich im See verbringen, mögen dem unbeteiligten Betrachter als unverhältnismässig erscheinen, angesichts der Mühe, die der Aufstieg kostet. Doch das Gesamtpaket bringt uns Freiheit und Befriedigung. Das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag, zwischen Demut und Triumph, zwischen Erschöpfung und Unbesiegbarkeit, dieses Verhältnis treibt jeden von uns immer wieder dazu an, die Reise wieder anzutreten.

Eisbaden macht zweifellos süchtig, keine Frage. Doch Eisbaden macht auch glücklich. Die positiven Auswirkungen auf Körper, Geist und Seele sind wohl unbestritten. Für mich ist die Verbindung mit der Natur unbezahlbar und eine der heilendsten Aktivitäten, die ich kenne. Diese Sucht nehme ich gerne auf mich.

Wie sieht‘s mit dir aus?